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Über mich
Ich bin 1961 geboren, nach Abitur, Sprach- Kunst- + Pädagogik-Studium und Heirat wird Schweden unsere zweite Heimat, mehrmals im Jahr pendeln wir regelmäßig zwischen dem Niederrhein, unserer „ersten“ Heimat und dem schwedischen Smaland hin und her.
Ich nähe nun seit mehr als 15 Jahren Quilts und Patchwork und liebe alles, was mit schönen, farbenfrohen und fröhlichen Stoffen zu tun hat.
Meine Inspiration dabei sind Natur, Wald und Garten, Licht und Luft und Wasser. Wie es heißt, findet der Mensch in der Natur in ganz kurzer Zeit zu innerer Ruhe und Harmonie. Auf mich trifft das jedenfalls genau zu. Ich mache diese Erfahrung jedes Mal, wenn wir im Sommer und im Herbst zu unserem Ferienhäuschen im schwedischen Smaland fahren, zum Badesee laufen und im türkisfarbenem abendlichen Dämmerlicht auf das tiefblaue, spiegelblanke Wasser schauen, in dem sich nichts als Himmel und Wolken und die den See umgebenden dunklen Tannen widerspiegeln.
Im Winter jedoch versinkt die Welt dort in Stille und es herrscht eine leise Symphonie aus gedämpften Farbtönen und einer pastelligen Farbskala aus blauen, grauen, braunen, und weißen Tönen vor. Der Winter ist die Zeit der Ruhe und Erholung für Natur und auch für uns Garten-Enthusiasten – und wenn auch in unserer schnelllebigen und medienaffinen Zeit das nicht mehr so ganz stimmt, so bleibt doch in den Wintermonaten ein bißchen mehr Zeit für Kontemplation und gemütliche Stunden, für neue Projekte und kreative Ideen. Wir erinnern uns an den Spätsommertag auf einer Apfelplantage und an das Licht, denken zurück an einen Spaziergang im zeitigen Frühling und an das gefühlvoll restaurierte Gewächshaus in dem weitläufigen Parkgelände, das in stiller Ruhe und Einkehr auf den nächsten Sommer und auf die Zeit voller Leben mit üppiger Pflanzenpracht, neuen Stecklingen und erdiger Wärme wartet.
Für mich ist das Leben eine bunte Herausforderung und ein ständiges Wachsen: Erlebnisse draußen in Garten und Natur, Farbimpressionen, Tradition und Weiterentwicklung, Reisen und Begegnungen mit anderen Völkern und Kulturen…
Ständig nehme ich all dies auf, sortiere es, lege es unbewusst in „kleinen Dateien“ an und speichere dies für spätere Zwecke ab. Dann kommt der Tag, an dem ich die Arbeit an einem neuen Projekt beginne und Skizzenblock, Farbe und Stifte zur Hand nehme. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf, mache ein Paar Skizzen und einen ersten Entwurf – dann werden die Skizzen immer detaillierter und Stoff- und Farbproben türmen sich auf meinem Arbeitstisch. Und dann geht´s los….
Ich möchte, dass sich auch in meinen Textilarbeiten die wunderschöne nordische Natur und die Farbigkeit fremder Länder und Kulturen wider spiegelt. Die winterliche, kühle und doch farbstarke Palette der schwedischen Wälder und Seen habe ich dabei immer im Blick, aber auch ein Hauch Exotik von unseren vielen Reisen in und nach allen Ecken und Enden der Welt darf dabei nicht fehlen.
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Eine kurze Geschichte des Quiltens, oder: Was ist Patchwork und was ist Quilt?
Heute werden Quilts oder das Quilten an sich meist mit den in amerikanischen Filmen typischen Bettabdeckungen in Verbindung gebracht; die Abgrenzung zu Patchwork ist nicht immer klar.
Patchwork ist in unserer Sprache mit „Flickwerk“ oder „Stückwerk“ zu übersetzen und beschreibt eine Technik, bei der Stoffstücke (üblicherweise handelt es sich bei Patchworkstoffen bzw. Quiltstoffen um Baumwollstoffe) so zusammengenäht werden, dass eine große Fläche mit geometrischem Muster entsteht. Diese ist die Vorderseite für einen Quilt. Malen mit Stoff könnte man die Kunst des Patchens und des Quiltens auch nennen, denn dabei werden Stoffe unterschiedlicher Farbe und Machart auseinander geschnitten und kunstvoll wieder zusammengefügt. Die Frauen früherer Zeiten konnten mit dieser Technik Stoffreste und auch kleinste Reststücke sinnvoll verarbeiten, anstatt sie wegwerfen zu müssen.
Das englische "to quilt" bedeutet soviel wie "steppen – durchnähen - wattieren", und genau so entsteht letztendlich der Quilt. Im ersten Schritt wird dabei unter der Patchworkarbeit (auch Topseite genannt) eine Zwischenlage aus wärmendem Vlies sowie ein Rückseitenstoff angepasst und fixiert. Dann beginnt das eigentliche Quilten, bei dem die Kunst und das Ziel darin bestehen, diese drei Lagen so mit kleinen Quiltstichen zusammenzunähen, dass verschiedene dreidimensionale, plastische Muster entstehen, die die drei Lagen fixieren, so dass der wärmende mittlere Teil nicht verrutschen kann. Traditionelle Amish-Quilts bestehen aus einfarbigen Stoffen und werden sehr aufwendig gequiltet. Bei mit Motiven bedruckten Patchworkstoffen werden z.B. deren Umrisse durch das Quilten hervorgehoben. Varianten mit Applikationen jedweder Art sind möglich. Die so entstanden wattierte Decke ist reißfest, strapazierfähig und wärmt außerordentlich in kalten Nächten.
Die Geschichte vom Patchworken und Quilten reicht weit zurück. Im Altertum war die Technik von Patchwork und Quilten bereits in China und Indien, in Westafrika und vom Vorderen Orient bekannt. Man verwendete sie sowohl im kultischen Bereich als auch für Gebrauchstextilien. Noch ist sich die Wissenschaft unsicher, ob deren Ursprung in China oder im Vorderen Orient liegt. Fest steht aber, dass lange vor unserer Zeitrechnung bereits gequiltet wurde. Die ältesten erhaltenen Patchwork-Quilts werden in einem Museum in Kairo ausgestellt und sind aus der Zeit von 980 v.Chr, also ca. 3000 Jahre alt, besonders die Symbolik der verwendeten Muster und Abbildungen waren in dieser Zeit von vordergründiger Bedeutung und weniger die Kunst der Herstellung.
Man geht davon aus, dass Kreuzritter diese Handarbeit im nördlichen Europa verbreiteten, die mitteleuropäischen Ritter lernen die im Orient üblichen gesteppten Unterhemden kennen, die ihnen das Tragen der Rüstungen erleichterten. Mit der Rückkehr der Ritter in ihre Heimatländer kam diese Technik dann nach Europa, die mehrlagigen Decken erfüllten dort, im kalten Norden auf den Betten unbeheizter Schlafräume, ihre wärmende Funktion, und fanden auch schon bald bei warmer Bekleidung ihre Verwendung. So fanden die Decken vor allem im England des 14. Jahrhunderts weite Verbreitung, als eine Kältewelle den nördlichen und zentralen Teil Europas heimsuchte.
Die Herstellung war damals sehr mühsam, denn man verwendete Reste der aufwendig von Hand gewebten und gefärbten ehemaligen Woll- und Kleidungsstoffe. Erst als mit den Karawanen über die Seidenstrasse auch die fein gewebten, farbenfrohen und ornamentreichen Stoffe aus dem fernen Osten das alte Europa erreichten, entstanden, besonders im südlichen Teil Europas, so u.a in Sizilien, aufwendigere, mit Stickereien verzierte Patchworkarbeiten. Im 17. und 18. Jahrhundert war das Quilten vor allem in Frankreich, England und Schweden sehr verbreitet.
Die europäischen Auswanderer nahmen seit Beginn des 17. Jahrhunderts ihre Handarbeiten mit in die Neue Welt, wo Patchwork und Quilten zu einer Volkskunst wurden, während sie in Europa mehr und mehr in Vergessenheit gerieten, weil im Zuge der maschinell und industriell gefertigten und preislich günstigen neuen Stoffe das Quilten mehr und mehr in den Hintergrund geriet. In Nordamerika gab es zunächst keine Stoffindustrie und Stoffe mussten aus Europa eingeführt werden, so waren sie sehr kostbar und entsprechend teuer. Die aus Europa wegen ihres Glaubens oder aus wirtschaftlicher Not ausgewanderten Familien, die in den ihnen zugewiesenen Gebieten jenseits der Zivilisation siedelten und Landwirtschaft betrieben, waren zudem in der Regel arm und mussten sparsam mit ihren Materialien umgehen. Sie waren sehr darauf bedacht, Stoffreste und abgetragene Kleidungsstücke nicht wegzuwerfen, sondern sinnvoll weiter zu verwerten.
So haben sich vor allem in den Vereinigten Statten die so genannten „Quilting-Bees“ als soziale Einrichtung aus diesen Pioniertagen, in denen Jede und Jeder Jedem auch beim Quilten half, bis in die heutige Zeit erhalten. „Bee“ bedeutet aus dem Amerikanischen übersetzt „Biene“ und bezeichnet im Ausdruck „Quilting - Bees“ emsige Quilterinnen, die bei ihren Treffen gemeinsam auf große Rahmen gespannte Stoffteile quilten. Im Ergebnis entstehen bei den Quilting-Bees auch heute noch Brautdecken, Freedom-Quilts, Freundschafts-Quilts und viele andere mehr. Mit der Zeit wurden die Stoffteile immer kleiner und die Siedlerfrauen verbesserten die Kunst des Steppens, kombinierten die Farben immer aufwendiger und entwickelten wunderschöne, geometrische Muster. Die freie Zeit im Leben der Siedlerfrauen, die Zeit in den Abendstunden, wenn die Arbeit auf dem Feld ruhte oder in den dunklen Wintermonaten, wurde genutzt, um Stoffreste, die sie immer in kleinen Beuteln am Schürzenbund mit sich führten, zu Blöcken zusammenzunähen.
Das Quilten war, wie viele andere Arbeiten der Siedler, eine gemeinschaftliche Arbeit. Wenn auf den Feldern die Arbeit getan war, quilteten die Frauen in der Scheune oder vor dem Kamin im Haus. Man lud Freundinnen und Verwandte ein, die Gäste brachten etwas zu essen mit, man erzählte sich Geschichten beim Quilten und entwickelte kreativ neue Muster. So entwickelte sich das Quilten in Nordamerika zu einer individuellen Volkskunst. Ein Mädchen hatte zwölf Decken für seine Aussteuer zu quilten, ihre Freundinnen quilteten für sie den Hochzeitsquilt nach der Bekanntgabe der Verlobung, zur Geburt eines Kindes wurde ein Wiegenquilt geschenkt, einem Freund konnte man einen Albumquilt widmen und darin ganz unterschiedliche Muster einarbeiten, die etwas von der gemeinsamen Lebensgeschichte erzählten. Quilts waren durch die Jahrhunderte hinweg ein wertvolles Geschenk, das ein Stück Biografiearbeit beinhaltete.
Besonders bei den Amish, einer amerikanischen Religionsgemeinschaft, die aus christlicher Überzeugung bis heute das Leben der nicht-technisierten Vergangenheit führen, wird diese Tradition auch heute noch aufwendig gepflegt. Seit ihrer Ankunft in Amerika im frühen 18.Jahrhundert war der Lebensstil der "amish people" bescheiden und zweckmäßig, den Frauen waren Schmuck, aufwendiger Zierrat und grelle Farben nicht erlaubt. Als Selbstversorger entwickelten die Frauen der Amish eine hohe Kunst in der Herstellung von Patchworkquilts, für die sie vor allem gedeckte und matte Farben verwendeten, die von nur wenigen bunten Stoffstücken kontrastiert wurden. Zudem sahen die Quilterinnen bald, dass ihre Kunst ihnen die Möglichkeit bot, ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen, Muster wie die "Jakobsleiter" oder der "Stern von Bethlehem" zeugen noch bis heute davon; nicht nur deshalb gehören die Amish-Quilts heute zu den Favoriten einer jeden Quilt-Galerie.
Die alte Tradition von Patchwork und Quilten erlebte auf diesem Wege eine vor allem in Nordamerika ungeahnte Renaissance, und erst in den frühen 80er Jahren kam die Technik wieder nach Europa zurück. Und obwohl in den Vereinigten Staaten der Quilt als Bettdecke heute so selbstverständlich ist wie das "Paradekissen" im Deutschland des letzten Jahrhunderts, gibt es für die Patchwork-Quilts auch vielfältige andere Verwendungsmöglichkeiten, z.B. als schmückender Wandbehang, Tischdecke oder Tischdekoration, Kuscheldecke und vieles mehr, denn nicht nur in Europa wird der Patchworkquilt heute eher als Objekt und Ergebnis einer individuellen künstlerischen Tätigkeit verstanden, und an die Stelle überlieferter Muster treten inzwischen häufig eigene Entwürfe der Quilterinnen.
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Was kostet ein Quilt?
Es gibt eine einfache Antwort auf diese Frage: Sie lautet, „…ist eigentlich unbezahlbar, und zwar nicht nur, weil er mit viel Liebe gemacht wurde….“.
Wer etwas tiefer einsteigen möchte, für den hole ich dann mal etwas aus….
Patchwork ist in tolles Hobby
Quilten ist ein erfüllendes, allerdings nicht ganz billiges Hobby. Ein in der Szene weitbekanntes Bonmot konstatiert, dass Quilten zunächst mal ein Hobby ist für Frauen aus der Mittelschicht, die es sich leisten können, teuren Stoff, einen großen, teuren und hochspezialisierten (Näh- und Longarm-Quilt-) Maschinenpark und ständig neue Spielereien zu kaufen. Von Workshops, Besuchen der internationalen Ausstellungen wie z.B. in Birmingham, Prag, oder gar in den USA oder auch Quiltreisen mal ganz zu schweigen. Und obwohl es auch eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, mit wenig Geld schöne Quilts herzustellen, kann es durchaus ins Geld gehen, in der Szene dazugehören zu wollen.
Aber es gibt viele Hobbies, die Geld kosten, warum schreibe ich hier darüber?
Weil alle Quilterinnen die Fragen kennen: Von „Ui, schöner Quilt, machst du mir auch einen?“ – bis „Waaaaaas soll der kosten????“ Und weil Quilts auch in Deutschland immer populärer werden, brauchen wir da ein bisschen Aufklärung hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses….
Was braucht man/frau für einen Quilt?
Die Kosten für das verbrauchte Material für einen Quilt, also Stoff, Garn, Füllung sind eigentlich transparent und leicht nachvollziehbar. Und trotzdem erntet man ungläubiges Staunen, wenn man Nicht-Quiltern die Aufzählung zeigt.
Als Beispiel nehme ich mal den Quilt, den ich in den Corona-Jahren 2020-2022 immer in der Weihnachtszeit genäht habe, ich nenne ihn „24-Stars-of-Hope-under-the-Moon“. Ich habe mich dabei auf die Anleitungen zum Sternen-Adventkalender der Patchwork-Gilde Deutschland, in der Regel traditionelle Sternen-Muster unterschiedlicher Art, konzentriert, die ich aber durchaus eigenwillig verändert und modifiziert habe. Da ich daran nun drei Jahre gearbeitet habe, kenne die Designs der Sterne inzwischen in- und auswendig, ebenso wie die Quiltmuster, die ich verwendet habe. Im ersten Jahr habe ich die Sterne genäht, im zweiten Jahr den dunkelblauen Hintergrund-Himmel ergänzt, und im dritten Jahr habe ich gequiltet und das Binding gearbeitet. Insofern gibt es keine Anleitung, der Quilt ist ein absolutes Einzelstück.

Im ersten Jahr (Nov./Dez.2020) habe ich die Sterne gefertigt

Im zweiten Jahr (Dez. 2021) habe ich den dunkelblauen Hintergrund ergänzt.
Im dritten Jahr (Nov./Dez. 2022) habe ich das Top gequiltet und den Quilt fertiggestellt.
Der „24-Stars-of-Hope-under-the-Moon“ Quilt ist ein mittelaufwändiger Quilt, würde ich sagen. Ganz klar mehr als nur Quadrate aneinander zu nähen, aber weniger als ganz kleinteiliges Patchwork mit Handapplikationen. Groß ist er allerdings schon mit seinen 2×2,20 Metern. Er ist bis auf den dunkelblauen Hintergrund- und Rückseitenstoff komplett aus Resten genäht. Sofern man sich nicht aus der vorhandenen Restekiste bedienen kann, beträgt der reine Materialpreis mehr als € 300.
Material für den „24-Stars-of-Hope-under-the-Moon“ Beispiel-Quilt
Das braucht’s:
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Schnittmuster (oder Modellvorlage, buch, o.ä.) (in meinem Fall kostenlos aus dem Fundus der Patchwork Gilde) |
€ 15 |
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Ca. 30 Fat Quarter (das sind 45x55cm große Stoffstücke, à € 4-5 in verschiedenen Regenbogenfarben (in meinem Fall kostenlos, da aus dem Reststück-Fundus) |
€ 120-150 |
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2,5m Hintergrundstoff (à € 16) |
€ 40 |
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2,5m für die Rückseite (à € 16) |
€ 40 |
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2x2,25m Baumwoll-Füllung |
€ 45 |
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Nähgarn zum Aneinandernähen und zum Steppen (= Quilten) |
€ 12 |

Eine Nähmaschine, Strom, Licht, Schere, Rollschneider, Hand- und mehrere Maschinennähnadeln, Bügeleisen, Schnick, Schnack und Schnuck lasse ich in der Aufzählung mal beiseite. Einen Rollschneider gibt es schon für rund $15. Klingen dazu ($3,50) halten ein paar Tage bis Wochen, je nach Geduld und Geiz. Eine reguläre Haushalts-Nähmaschinen wird zunächst als vorhanden vorausgesetzt, allerdings kann man mit den wirklich kleinen Maschinen keinen großen Quilt quilten. Nach oben ist viel Luft, es gibt Nähmaschinen für €9.000 (ja, Tausend!) - und eine echte Longarm-Quiltmaschine kann lässig das Doppelte kosten.
Du hast mitgerechnet und fragst Dich, warum man für die Vorderseite so viel mehr Stoff braucht als für die Rückseite? Wow, ich bin beeindruckt. Und erkläre es Dir: die Rückseite hat meist nur eine einzige Naht, weil zwei große Stücke Stoff zusammengenäht werden und fertig. Die Vorderseite besteht aus vielen kleinen Einzelstücken. Jedes dieser Stücke hat rundherum 0,7cm Nahtzugabe, die dann in der Naht verschwindet. Das summiert sich. Außerdem muss man mit ein bisschen Verschnitt rechnen.
Zwischenstand der Quiltkosten
Aufaddiert sind das über 300 € (genau sind es € 302, falls Du wieder schnell mitgerechnet hast). ABER: Deine Rechenkünste haben mir ja schon gezeigt, dass Du ein Fuchs bist, und jetzt sagst Du, dass ja alle QuilterInnen, die Du kennst, einen riesigen Stoffvorrat haben, aus dem sie sich bedienen können. Erstens: Herzlichen Glückwunsch, Du suchst Dir die richtigen FreundInnen aus, man kann gar nicht genug QuilterInnen kennen. Zweitens: Dieser riesige Stoffvorrat schrumpft, wenn man sich ständig daraus bedient – und muss dann…? Genau, wieder aufgefüllt werden. Und das kostet dann das gleiche Geld.
Aber Erinnerungsquilts sind ja recycled!
Genau, bei Erinnerungsquilts (Quilts, die aus Stoffen oder Kleidungsstücken bestehen, die an einen geliebten Menschen erinnern sollen und meist von ihm oder ihr noch zu Lebzeiten getragen wurden) braucht man erstmal nicht so viel teuren Stoff, das stimmt. Außer für die Rückseite, das Binding und oftmals für den Hintergrund der Vorderseite (siehe oben). Auch die Kosten für Füllung, Nähgarn und eventuell ein Schnittmuster bleiben. Dazu kommen Stabilisierer und andere Hilfsmittel, mit denen man sehr dünne oder gestrickte Stoffe eben hinterlegt, damit sie sich nicht verziehen oder später beim Waschen ausbeulen. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass hier der Zeitaufwand höher ist: Es dauert länger, einen Pullover auseinanderzunehmen als einfache Meterware zu schneiden. Oder einen Hemdkragen so zu präparieren, dass er sich von der Dicke her harmonisch in einen Quilt einfügt. Oder aus einem Stück Bettzeug einzelne Patches – also Teilstücke – so zu heraus zu trennen, dass z,B. Monogramme o.ä. sich harmonisch zu einem Ganzen summieren. Und das Aufbügeln des Stabilisators dauert auch seine Zeit…
Zeit – Wie lange näht man denn an so einem Quilt?
Ja, der Faktor Zeit, die in einen Quilt hineingesteckt wird, ist ein ganz anderes Ding – von der Liebe reden wir hier ausdrücklich nicht. Dieses Thema führt regelmäßig oft zu Unstimmigkeiten, wenn ein/e Nicht-HandarbeiterIn unschuldig, naiv oder unüberlegt fragt, ob man ihr/ihm nicht auch mal schnell ein Paar Socken, eine Tasche, ein Bild, ein Möbelstück, oder eben einen Quilt machen könnte – das Phänomen gibt es in jeder ‚Handwerks‘-Richtung. Während es bei den Materialkosten ja wenig Diskussionsspielraum gibt, kommen bei der Zeit noch andere Aspekte dazu, und zwar die folgenden:
Arbeitsschritte zum fertigen Quilt
Hier hast Du erstmal eine Übersicht über die einzelnen Arbeitsschritte. Einige Positionen davon sind einigermaßen vergleichbar, wenn Quilts sagen wir mal normale „Deckengröße“ haben (also weder ein Baby- noch ein kleiner Wandquilt sind), andere Arbeitsschritte sind jedoch im Zeitverbrauch extrem unterschiedlich.
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Design überlegen oder Schnittmuster finden, Farbkonzept machen, Stoff kaufen, aussuchen, zusammenstellen |
2-3 Std |
Manchmal sehe ich ein Schnittmuster, kaufe und nähe es. Designarbeit 5 Minuten. Aber manchmal sitzen Stoffe (oder die Kleidungsstücke) eines Menschen wochenlang in meinem Nähzimmer, während ich darauf warte, dass sie zu mir sprechen und mir sagen, was ich aus ihnen wie nähen soll. Oder ich überlege das zu einer Mustervorlage oder einem Schnittmuster passende Farbkonzept und stelle fest, dass ich von dem wichtigsten Stoff nicht genügend vorrätig bzw. von dem/der Kundin erhalten habe, und dann heißt es von vorne beginnen und Farben und Stoffe erneut sortieren und zusammenstellen und ggf. zu ergänzen.
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Stoff zuschneiden |
3-4,5 Std |
Das Zuschneiden kann extrem schnell gehen, wenn man mit großen Quadraten oder vorgeschnittenen Stoffen arbeitet (die es z.B. als Streifen oder Quadrate in unterschiedlichen Größen gibt). Wenn man zum Beispiel bei Streifen oder Karos nicht alles krumm und schief haben möchte, oder hübsche Ausschnitte aus einem Musterstoff auswählen möchte … dann dauert es länger. Oder endlos lang. Bei vielen meiner Quilts habe ich mit kleinen Stoffresten gearbeitet, also jedes Teil einzeln ausgeschnipselt. Das hat viele Stunden und manchmal Nächte gedauert. Oder wie schon erwähnt bei den Memory-Quilts: Da müssen in der Regel erstmal Kleidungsstücke auseinandergenommen werden, und zwar so, dass man möglichst gut verwertbare Stücke bekommt. Manchmal möchte man eine Knopfleiste oder einen Kragen erhalten, das geht dann weit über das normale „Mit-dem-Rollschneider-durch-den-Stoff-Jagen“ hinaus. Ich habe ja oben schon geschrieben, dass außerdem oft noch die Aufbereitung der Stoffe hinzukommt: auf alle Strickstoffe wie zum Beispiel T-Shirts muss ein Stabilisator aufgebügelt werden. Daher kann für diesen Arbeitsschritt also nur ein gemittelter Wert angesetzt werden.

Fleißarbeit: Viele kleine Teile wollen ein Ganzes werden
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Vorderseite nähen (inklusive bügeln) |
50 Std |
Das ist wohl der Bereich mit den größten Unterschieden. Einen kleinen Babyquilt mit relativ großen Quadraten kann man in einer Stunde zusammennähen. Dann gibt es aber kompliziertere Muster, bei denen man manchmal einzelne Abschnitte dreimal nähen muss, bis es halbwegs zusammenpasst. Die reine Nähzeit für meinen „24-Stars-of-Hope-under the Moon“ (der ausschließlich aus Baumwollstoffen besteht) schätze ich auf etwa 50 Stunden (etwa 2 Stunden pro Stern, und manchmal auch mehr).
Für einen Memoryquilt mit „schwierigeren“ Stoffen und in der Freien Schneidetechnik zu nähen (wenn man also keinem Schnittmuster folgt, sondern ‚einfach’ frei improvisiert und sich von den Stoffen und Formen der Kleidungsstücke leiten lässt), kann man den Zeitaufwand irgendwo zwischen 10 und 50 Stunden ansetzen.
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Rückseite nähen |
6 Std |
In der Regel zwei lange Stoffbahnen zuschneiden und aneinandernähen, ganz simpel, in einer guten Stunde ist frau fertig. Man kann das aber auch schöner machen, zum Beispiel aus übrig gebliebenem Stoff von der Vorderseite eine individuelle Rückseite gestalten. Aber das kostet dann ungleich mehr Zeit. Ich habe z.B. hinten ein großes Patch mit Namen des Quilts, Datum der Anfertigung und meinem Namen als Quilterin ausgestickt und einen weiteren großen Stern in die Rückseite eingesetzt, das war ziemlich aufwendig und hat sicherlich nochmal 6 Stunden in Anspruch genommen.

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Basten |
2 Std |
So nennt man es, wenn man ein „Sandwich“ aus Vorderseite, Füllung und Rückseite macht, indem man sie mit unzähligen Sicherheitsnadeln, einem Reihfaden oder Sprühkleber vorläufig miteinander verbindet, um sie dann steppen (= quilten) zu können. Wer eine Longarm besitzt, muss mindestens eben so viel Zeit aufwenden, um die drei Lagen (Vorderseite, Füllung/Vlies, Rückseite) sauber und ordentlich, flach und gerade und faltenfrei auf den verschiedenen Rollen zu fixieren und vorzubereiten.
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Quilten |
8-24 Std |
Das Absteppen macht den Quilt ja erst zum Quilt. In Amerika ist das ‚Quilting by Check‘ sehr verbreitet: Man gibt ein Quilttop und die Rückseite zu einer professionellen Longarmerin, die eine riesig große Quiltmaschine (bis zu vier Meter breit) besitzt und damit den Quilt fertigstellt. Das spart natürlich Zeit, kostet aber auch: Je nachdem, ob der/die LongarmerIn ‚einfach‘ ein Allover-Muster, oft computerunterstützt, oder ein speziell für das Patchworkmuster entworfenes Design quiltet, liegen die Kosten pro Quadratmeter je nach Aufwand in der Regel zwischen 120-160€uro. Bei einer 2x2m Bettdecke also locker das Vierfache. Man kann sich hier also Zeit kaufen. Oder selbst quilten. Auch da hängt es natürlich davon ab, wie dicht und detailliert man arbeitet: Schnelle gerade Linien alle x Zentimeter quer über den ganzen Quilt, oder liebevolles Ausfüllen der Muster und Freiräume. Ich habe pro Sternenreihe unterschiedliche Muster gequiltet und jeden Stern mit Lineal und FMQ (Free-Motion-Quilting) individuell gestaltet und daher etwa 18-20 Stunden gebraucht.

Teilausschnitt mit FMQ (Free-Motion-Quilting)
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Binding |
6 Std |
Ein Binding (also den Einfassstreifen) herstellen bedeutet einen gut acht Meter langen, etwa 5cm breiten Stoffstreifen zu schneiden und zusammenzunähen, zu bügeln, rundherum an den fertigen Quilt zu nähen, und dann auf der Rückseite mit Zehntrilliarden winzigen Stichen per Hand festzunähen.
Alle diese Zeiten setzen übrigens voraus, dass man konzentriert arbeitet und weiß, was man tut. Das bedeutet: jemand hat Erfahrung gesammelt, Bücher gelesen, YouTube-Videos angeschaut und in Kurse investiert. Und ich habe mal bewusst das aufwendige Handquilten, Besticken, Applizieren…. weggelassen. Das sind Stunden jenseits von Gut und Böse.
Also, was haben wir? 88 Stunden. Grob und sehr konservativ geschätzt, bei idealen Arbeitsbedingungen (also nicht: Stoffe und Utensilien rausholen, Nähmaschine aufbauen, wieder wegräumen, zwischendurch Abendessen kochen, Pflaster auf Knie kleben…..)
Lassen wir das mal so stehen.
Wenn uns jemand fragt: „Machst Du mir auch so einen Quilt?“, könnte Deine Antwort lauten: Oh ja, sehr gerne! Warum machen wir nicht einen Deal? Du bist doch Hobby-HandwerkerIn, das macht dir so viel Spaß, oder? Kauf doch für rund € 300 Farbe und Tapete, komm mit deinem Arbeitsmaterial und bring mein Wohn- und Arbeitszimmer mit einem frischen neuen und farbenfrohen Look so richtig auf Vordermann. Plan ruhig mal 80 Stunden ein, mindestens. Einverstanden?
Quilten als Job
Bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass wir es mit einem/r HobbyquilterIn zu tun haben. So weit, so realistisch. Und hier spielen die genauen Zahlen kaum eine Rolle, denn der Weg ist ja das Ziel. Wer macht schon einen Quilt, weil er/sie sonst friert? Was aber wäre, wenn man ein Geschäft daraus machen möchte? Um ganz offen zu sein, es gibt meines Wissens nach niemanden, der/die ausschließlich vom Verkauf seiner/ihrer Quilts lebt.
Eine der gängigen Formeln, um den (idealen) Verkaufspreis für einen Quilt zu ermitteln, ist diese:
(Materialkosten + Zeit x Stundenlohn) x 2 = Wiederverkaufspreis
Wiederverkaufspreis x 1,5 (evtl. auch x 2) = Endverbraucherpreis
Also lass uns spielen:
Die Handwerkerstundenlöhne in Deutschland liegen bei 40-60 Euro, der Mindeststundenlohn zur Zeit bei 12 Euro. Ich rechne hier mit dem Mindestlohn, das Einsetzen von 40€ Handwerkerstundenlohn erübrigt sich, wie wir gleich sehen werden….
(300€ + 88h x 12€) x 2 = (300€ + 1056€) x 2 = 1356€ x 2 = 2.712 Euro für den Wiederverkauf
Sollen wir das jetzt noch mal 1,5 nehmen, um den endgültigen Verkaufspreis für EndverbraucherInnen zu ermitteln? Das wären dann knapp 4071€ Endverkaufspreis, wobei der/die Quilter/in nur den Mindestlohn erhält und bei einer 35-Stunden Woche knapp drei Wochen kontinuierlich an dem Stück gearbeitet hat. Jede/r Kunsthandwerker/in, etwa ein/e Harfenbauer/in oder Geigenhersteller/in, ein/e Restaurator/in oder ein/e Textildesigner/in würde für diesen Mindestlohn erst gar nicht mit der Arbeit beginnen, geschweige denn sie beenden wollen.
In die Kosten haben wir auch entsprechend einiges nicht eingerechnet, was für die HobbyquilterInnen nicht wichtig ist, sehr wohl aber für die/denjenigen, die oder der davon leben will. Eine kleine, unvollständige Auswahl: Miete, Krankenversicherung, Rentenversicherung, noch mehr Versicherungen, Steuerberater, Heizung, Strom, Verpackung und Versand, Zeit für Kundengespräche, Werbung, Abwicklung, Rechnung schreiben, Buchhaltung…
Der Patchwork-Markt
Etsy ist voll mit fertigen Quilts, die man kaufen kann!? Schon, allerdings sind die Preise in den meisten Fällen so niedrig, dass der Stundenlohn für die QuilterIn noch nicht mal als Taschengeld anerkannt würde, geschweige denn den oben angesetzten Mindestlohn erreicht. Die Vermutung liegt nahe, dass viele Hobby-QuilterInnen einfach nur „ausmisten“ wollen um dabei vielleicht die Materialkosten wieder reinzubekommen, um neuen Stoff kaufen zu können. Das ist aus ihrer Sicht auch keineswegs verwerflich, sondern völlig verständlich.
Dennoch: Das ist so, als würde ein Hobby-Handwerker aus Spaß und für umsonst bzw. nur für die Materialkosten Dein Wohnzimmer streichen. Cool, oder? Hinkt der Vergleich, weil man ja Handwerker braucht, während Quilts nicht notwendige Luxusartikel sind? Ja, aber Du könntest ja auch selbst tapezieren, und muss das Arbeitszimmer wirklich schon wieder gestrichen werden, nur weil Dir die alte Farbe nicht mehr gefällt?
Was ist das Problem? Das eigentliche Problem besteht darin, dass es äußerst schwierig ist, von einer Arbeit leben zu können, wenn gleichzeitig jemand, der seine Arbeitszeit verschenkt, denjenigen die Preise ruiniert, die von Einkommen, das sie generieren wollen, abhängig sind und davon leben wollen/müssen.
Der kleine Unterschied, Teil I
Aber es steckt noch mehr dahinter. Es gibt sicher viele Männer, die sehr gerne basteln und schrauben. Wie oft werden sie gefragt, ob sie nicht rüberkommen wollen, um das Arbeitszimmer zu streichen, wo sie das so gut können und offensichtlich ganz gerne machen? Und wie viele Männer würden auf diese Frage antworten: „Ja, klar, wann soll es denn fertig sein?“?
Wie oft hast Du gesehen, dass eine Frau ihre Zeit oder ein Produkt zu günstig weggegeben hat? Oder anders: Wie oft bist Du schon auf einem Kunsthandwerkermarkt weitergegangen, weil der Preis, den Dir die Frau in der Verkaufsbude genannt hat, aus Deiner Sicht viel zu hoch war? Das bedeutet: Frauen schätzen ihre und die Arbeit anderer Frauen nicht ausreichend wert, geschweige denn, dass es Männer täten. Wir verdrehen die Augen, wenn wir denken, dass die gestrickten Socken und handgemachten Ohrringe abgedreht teuer sind, statt nachzurechnen, wieviel Material und Arbeitszeit für sie gebraucht wurden. Und wir unterstützen andere Macherinnen oft nicht, indem wir einen angemessenen Preis bezahlen, sondern denken uns, dass wir das ja auch zuhause selbst machen können. Natürlich kannst Du es selbst billiger machen, weil Du Dir selbst Deine Arbeitszeit ja nicht bezahlst. Hast Du schon mal ein Schnittmuster oder eine Vorlage irgendwo kopiert, statt Dir das gleiche Schnittmuster bei der Designerin zu kaufen? Das ist das gleiche Problem.
Warum bezahlen wir einem Maler 40 – 60 Euro pro Stunde, finden aber eine Quilterin, die nach einem Stundenlohn von 12 Euro fragt, unverschämt? Weil es ihr Spaß macht? Was, wenn der Maler auch Spaß an seinem Beruf hat? Oder auch nur an bestimmten Teilen seines Jobs, z.B. an den Kundengesprächen oder am Farben-heraussuchen? Bezahlen wir ihn dann dafür nicht? Oder anders: Wirst Du an Tagen, an denen Dir Dein Job so gar keinen Spaß macht, etwa besser bezahlt als an den Tagen, an denen du Spaß an der Arbeit hast?
Kunst-oder-Hand-oder-Werk?
Es gibt eine winzige Ausnahme in diesem Vom-Verkauf-von-Quilts-kann-man-nicht-leben-Phänomen: Das sind die, die es in den Künstler-Olymp geschafft haben. Seit der legendären Ausstellung 1971 im Whitney-Museum in New York wird Quilts der Status ‚Kunst‘ offiziell zuerkannt. Zumindest theoretisch. Denn immer noch finden sich Quilts eher in der Schublade ‚Kunsthandwerk‘ oder – noch verächtlicher – ‚Handarbeit‘.
Den bildenden KünstlerInnen (MalerInnen, BildhauerInnen usw.) werden hohe Preise für ihre Werke zugestanden, die für die öffentliche Betrachtung gedacht sind, ausgestellt und verkauft werden. Wenn Quilts hingegen nur als Kunsthandwerk bewertet werden, fallen auch die Preise in eine völlig andere Größenordnung. Und, ach ja, Handarbeit… Handarbeit wird quasi überhaupt nicht mehr bezahlt. Ein Produkt, egal ob auf Etsy oder auf welcher Plattform auch immer, dass das Label „handmade“ trägt, ist von vorherein als „Ladenhüter“ zu deklarieren.
Welche Konsequenz müssen wir daraus ziehen: Anzuerkennen, dass der kreative Prozess Teil der Arbeit/des Werkes ist, ist von zentraler Bedeutung und sollte in Rechnung gestellt werden. Das ist der Grund, warum man Bilder in Galerien sieht, die für Tausende von Dollars verkauft werden. Jede Stunde, die auf dem Weg zum fertigen Bild in den Entstehungsprozess mit eingeflossen ist, zählt in der Rechnung als abzurechende Stunde. Rechtsanwälte machen es so, und wir als Kunsthandwerker sollten lernen, es auch so zu handhaben.
Der kleine Unterschied, Teil II
Interessanterweise sind unter den Künstler-Quiltern weit überproportional viele Männer. Laut der von The Quilting Company und Quilts, Inc. 2017 in Auftrag gegebenen “Quilting in America” Studie ist nur ein Prozent der 7-10 Millionen QuilterInnen männlich. Gefühlt (!) sind die alle bekannt und verdienen gut. Männer scheinen generell weniger Schwierigkeiten zu haben, Dinge, die sie tun, zu monetarisieren.
Das geht einher mit der alten Frage: Passen Maskulinität und Handarbeiten mit Stoff zusammen? Erntet ein strickender Mann immer noch neugierige Blicke? Ein Mann in einem Stoffladen – der sucht doch wohl sicher seine Frau, oder?
Du findest, ich weiche vom Thema ab? Ich finde, die Frage nach dem Wert eines Quilts ist eng mit Geschlechtsrollen-Klischees und dem Gender-Gap in der Bezahlung von Frauen vs. Männern verknüpft. Denn: Wenn wir unsere Arbeit selbst nicht wertschätzen – wer sollte es dann tun?
Na gut, kommen wir wieder zum Wert bzw. den Kosten von Quilts.
Für Versicherungen, die etwa Quilts auf Ausstellungen oder in Museen bewerten und versichern, wird der finanzielle Wert bestimmt durch die Qualität der Arbeit beim Nähen wie beim Quilten, durch das Material und das Design. Bei antiken Quilts kommen noch andere Faktoren hinzu (und spannenderweise ist das Alter nebensächlich für den möglichen Preis), aber grundsätzlich gilt als Maßstab bei Gutachten für Versicherungen ausschließlich der Wiederbeschaffungswert. Das heißt: Die Versicherung muss den Betrag bezahlen, den man benötigt, möglichst vergleichbare Materialien zu kaufen und jemanden zu entlohnen, der die Fähigkeiten besitzt, einen Quilt genauso zu reproduzieren. Und dieser qualifizierte Jemand arbeitet nicht für 12€ Stundenlohn!
Wenn also wieder einmal die Frage aufkommt, was denn so ein handgefertigter Quilt wert ist, hast Du jetzt auf jeden Fall genug Hintergrundwissen, um kompetent mitreden zu können.
Und die oben angesprochene Liebe, die in so eine Umarmung aus Stoff hineingenäht wird, ist und bleibt sowieso unbezahlbar.
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Patchwork Lexikon
In diesem Glossar trage ich einige Fachbegriffe und Hilfen aus dem Bereich Patchwork und Quilting für Sie zusammen.
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Album-Quilt
Ein Albumquilt enthält unterschiedliche Blöcke, deren Motive oder Muster eine besondere Bedeutung haben. Viele verschiedene Musterblöcke werden in einem einzigen Quilt zusammengefasst. Dabei können die Blöcke gepatcht oder appliziert oder eineMischung aus Beidem sein
Amish Quilts
Sehr bekannt sind die Quilts der Amish-Sekte. Vor 200 Jahren mussten die Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft aus Angst vor Verfolgung Deutschland und die Schweiz verlassen und wanderten in die Vereinigten Staaten und nach Kanada aus. Dort haben sie sich in Glaubensgemeinschaften hpts. Im Nordosten der USA angesiedelt. Noch heute lehnen die Amish-People jeden technischen Fortschritt ab und leben wie vor 200 Jahren ohne Elektrizität, Telefon usw.. Die amischen Quilts sind einfach in der Form und Farbe, und werden meist von einem dunklen Hintergrund dominiert. Da die Amish ursprünglich bei der Herstellung von Quilts die aus der eigenen Herstellung der Kleidung von Erwachsenen übrigen Stoffstücke verwendeten, dominieren in ihren Quilts die Farben Schwarz, Navy und Grau bzw. Braun. Nur für die Kleidung von Kindern waren bunte Farben erlaubt. Diese Farben tauchen in den Quilts – ebenfalls als „Resteverwertung“ - als Farbtupfer auf dem dunklen Hintergrund dann wieder auf. Oft werden nur drei Grundformen - Quadrat, Rechteck und Dreieck - in wenigen Farben zusammengesetzt, doch ergeben sich daraus ganz überraschende Effekte. Die klaren Muster entsprechen modernen Kunstauffassung. Amishquilts werden heute als begehrte Kunstobjekte gehandelt.
Applikation
Aufnäharbeit. Dabei werden Motive aus Stoff ausgeschnitten und auf eine Stoffunterlage genäht (appliziert), wobei die Nahtzugaben unter das Motiv gefaltet, um dann mit Zierstichen oder möglichst unsichtbaren Stichen fixiert zu werden. Auch diese Technik ist uralt und diente anfangs dazu, schadhafte Stellen zu verdecken und wurde bald zur Zierde verwendet. Bei Quilts werden meistens Naturmotive verwendet. Falls Ihre Nähmaschine nicht über einen speziellen Applikationsstich verfügt, können Sie genauso gut mit dem Zickzackstich arbeiten, den Sie möglichst dicht und ca. 1,5 bis 2,5 mm breit einstellen. Auch der Knopflochstich ist hierfür geeignet
Applikationsfuß
Der Applikationsfuß eignet sich für Nähte bei denen man die Nadel gut sehen muss. Die Lücke im Applikationsfuß ist besonders groß
Background Patterns
Hintergrund-Quiltmuster. Zwischen den Quiltmotiven wird der Hintergrund mit diesen Mustern gefüllt
Backpapier
Kann man verwenden, um schwierige Quiltmuster aufzuzeichnen. Dann auf den Quilt heften und quilten. Das Backpapier lässt sich relativ leicht abreißen. Hervorragend dazu geeignet, noch nicht mit Stoff bedeckte Stellen auf Freezer-Paper beim Bügeln abzudecken.
Backing
Rückseitenstoff für die Quiltrückseite.
Baltimore Quilt
Man schätzt sie wegen ihrer ungewöhnlichen Muster, ihrer auserlesenen Kunstfertigkeiten und ungewöhnlichen Schönheit. Es wurden Blumenmotive, Schiffe, Kirchen, Bauwerke aus Baltimore und historische Ereignisse dargestellt.
Batting
nennt man die Wattierung eines Quilts, die zwischen Oberseite und Unterseite eingearbeitet wird - also den Vlies.. Binding: Ist das äußere schmale Bändchen als Kantenabschluss eines Quilts.
Baumwollstoff
Zum Patchworken und Quilten ist Baumwollstoff bestens geeignet und wird wohl auch am häufigsten verwendet. Die Auswahl an passenden Bauwollstoffen ist groß. Es gibt sie in allen erdenklichen Farben und Mustern.
Binding
Ist das äußere schmale Bändchen, welches als Kantenabschluss eines Quilts dient.
Basic
kleingemusterter Stoff (Ton in Ton), der von weitem wie ein Uni wirkt; "falscher Uni"
Basting
Heften eines Quilts mittels Heftfäden oder Sicherheitsnadeln; Tacking.
Beeswax
Bienenwachs. Das Wachsen des Quiltgarns vermindert das Verknoten und schont den Faden.
Block
Ein Block ist eine Mustereinheit, bestehend aus zusammengesetzten Teilen. Ein Block kann quadratisch, sechseckig oder rechteckig sein.
Blockhaus
Patchworkmuster; Log Cabin
bobbin
Unterfadenspule
Braut - oder Hochzeitsquilt
Ein junges Mädchen musste früher 12 Quilts fertigen, um ihre hausfraulichen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Der 13. wurde dann ihr Brautquilt und war meistens ein echtes Meisterstück. Nur die Tops wurden von der Braut genäht als „Aussteuer“, keinesfalls durften die Quilts vor der Verlobungsfeier fertiggestellt werden, erst danach kamen Freundinnen und Verwandte vor der Hochzeit zusammen und quilteten die angesammelten und gut verwahrten Quilts und natürlich den Brautquilt.
bügeln
Grundsätzlich bügelt man bei Patchworkarbeiten die Nahtzugaben nach einer Seite hin. Bei auseinandergebügelten Zugaben sind die Nähte - zumindest beim Handnähen - weniger haltbar. Bei maschinengenähten Nähten ist eine auseinandergebügelte Naht meist kein Problem und sogar bei manchen Mustern, bei denen viele Nähte aufeinandertreffen, unumgänglich für flache Nähte. Wenn es möglich ist und das Muster es erlaubt, bügeln Sie die Nahtzugaben zur dunkleren Stoffseite hin, damit sie nicht durchscheinen
Celtic Knots
Verschlungene Muster, die mit Schrägstreifen gelegt und appliziert werden.
Charm Quilt
Hier ist jeder Patch aus einem anderen Stoff. Kein Stoff ist zweimal vorhanden. Da es sehr schwierig ist trotzdem einen harmonischen Gesamteindruck zu schaffen, werden meist einfache geometrische Muster verwendet.
Charm Packs
Unter Charm-Pack versteht man eine Zusammenstellung der verschiedenen Stoffe einer Stoffserie, viele Firmen bieten mittlerweile solche Packungen an, in denen meistens keine Stoffe doppelt sind. Die Firmen stellen so ihre gesamten Serien vor. Insgesamt sind in einem Pack ca. 40 Stücke in ca. 12,5 x 12,5 cm.
Clearview-Triangle
Ein spezielles Patchwork-Lineal in Dreieckform mit 60° Winkeln (gleichseitig – equilateral), entworfen von Sara Nephew.
Courthouse-Step
Patchworkmuster
Crazy Quilt
Die wohl früheste Form der Stoffverarbeitung ist vermutlich das Crazy Patchwork. Es ist entstanden aus einer zufälligen Anordnung von Stoffstücken, welche auf einen Untergrundstoff genäht wurden. Die Nähte wurden oftmals mit aufwendigen Stickstichen verziert. Hier gibt es keine klaren geometrischen Muster, sondern Reste, Stofffetzen aller Formen und Arten werden zu einem Top zusammengenäht und meistens an den Nähten aufwendig bestickt. Es gibt auch die Variante, die Stoffstücke auf einen Unterstoff zu applizieren und die offenen Kanten mit den Stickstichen zu versäubern. Bei dieser Quiltart werden auch häufig wertvollere Stoffe wie Samt, Seide, Spitze und Brokat verwendet, die sich nicht zum patchen eignen und deshalb sonst selten verarbeitet werden
darning foot
Stopffuß
Devil's Claw
Patchworkmuster
Double Irish Chain
Patchworkmuster
Drunkard’s Path
Patchworkmuster; Quilt "Die Welt des Dschungels"
Easy-Angle-Dreieck
Spezielles Patchwork-Lineal in Dreieckform (wie Geometrie-Dreieck)
Echoquilten
Einer bestimmten Form oder Mustern in mehreren Quiltlinien folgen.
Einfassung
Es gibt verschiedene Techniken zur Einfassung. Man setzt einen zusätzlichen Stoffstreifen als Kantenabschluss an (Eindlos-Binding), oder man klappt den überstehenden Rand des Rückseitenstoffes nach vorn (oder die Vorderseite nach hinten) und näht ihn fest. Auch kann man Schnittkanten beider Stoffschichten (Vorder-u. Rückseitenstoff) nach innen falten und die Kanten aneinandersteppen
Embellished
bestickt,verziert, geschmückt
Embellishment
Verzierung mit Knöpfen (button), Perlen (beads) u. a.
Embroidery
Stickerei
English Paper Piecing
engl. Papiermethode; alte Handnähmethode: Mit Hilfe von Papierschablonen werden Stoffstücke von Hand zusammengenäht, bekanntestes Beispiel: Grandmothers Flowergarden
Fadenlauf
Der Fadenlauf ist die Richtung der Webfläche eines Stoffes
Fahnennähen, Kettennähen
Es werden die Stoffteile vorbereitet, griffbereit zurechtgelegt und anschließend die ersten Patchworkteile genäht, das nächste Teil so dicht wie möglich angelegt. Der Nähfuß bleibt unten, der Faden wird nicht abgeschnitten. Der Vorgang wird wiederholt. Nach dem Nähen aller vorbereiteten Teile zu einer Kette oder Fahne werden sie auseinandergeschnitten und sorgfältig gebügelt; Kettennähen
fat quarter
Ein "fettes Viertel" = 45 x 55 cm; in Deutschland "Quilter's Viertel"
Four-Patch
Patchworkmuster; Broken Dishes; Birds in the Air; Devil's Claw
Freies Maschinenquilten
Beim Quilten mit der Nähmaschine wird der Stoff nicht von Transporteur und Nähmaschinenfuß geführt sondern mit der Hand. Fantasievolle Wellenlinien werden schlangenförmig über die Fläche genäht.
Friendship Quilt
Ein Freundschaftsquilt besteht aus Signaturblöcken, wobei jeder einzelne von einer anderen Freundin / Verwandten gefertigt wurde. Diese Blöcke enthalten einen meist hellfarbigen Flicken, auf dem sich die Näherin des Blockes verewigt hat. Im Freundeskreis wurde der Quilt fertiggestellt und meistens einer gemeinsamen Freundin geschenkt, die wegzog oder ein besonderes Ereignis zu feiern hatte. Er sollte als Andenken dienen und wurde meistens sehr sorgsam behandelt, weshalb verhältnismäßig viele dieser Quilts noch erhalten sind. Freundschaftsquilts könnte man auch wie die Albumquilts als Poesiealben aus Stoff bezeichnen.
Füllung
Batting; Wadding; Vlies; Baumwollvlies
grannies fan
Patchworkmuster (Omas Fächer)
Half Square Triangle
Dreieck aus der Hälfte eines Quadrats
Hawaii-Quilt
Auf Hawaii entwickelten sich Quilts, die meistens quadratisch und zweifarbig gearbeitet werden. Typisch sind die aus einem Teil bestehenden, aufwendigen, scherenschnittartigen floralen Ornamente, die in die Mitte appliziert werden.
Heften
Hält die drei Lagen des Quilts mit langen Heftstichen zeitweilig zusammen.
Inch
Maß aus den USA und England / 1 Inch = 2,54 cm
Jelly Rolls
Die sogenannten "Jelly Rolls" sind in letzter Zeit sehr populär geworden. Hierbei handelt es sich um ca. 40 Stück zusammen passende Stoff-Streifen einer Kollektion mit den Abmessungen in ca. 6,4 cm x 110 cm.
Keepsake Quilt
Memory Quilt; Quilt als Andenken
Kreppband
Sehr gut geeignet, um gerade Linien zu quilten. Einfach auf den Quilt kleben. Kann mehrfach verwendet werden. – Tesakrepp - Malerband
Knoten Quilt
Ist eine Art die das Quiltsandwich, ohne die traditionellen Quilt-Stiche anzuwenden.
Lineal
Mittlerweile gibt es sehr viele verschiedene Größen von durchsichtigen Schneide-Linealen aus Kunststoff, die speziell zum „Entlang“-Schneiden für Patchworkarbeiten sind. Die Winkeleinteilungen von 45° und 60° sind äußerst nützlich. Sowohl mit metrischer Einteilung als auch in Inch-Einteilung zu kaufen.
Log Cabin
Das wohl bekannteste Patchworkmuster ist das Log Cabin oder Blockhaus Patchwork.Das meist leuchtend rote Mittelquadrat stellt das Herdfeuer in der Mitte des Blockhauses dar. Der Block ist meist halb hell und halb dunkel und symbolisiert die Sonnen- und Schattenseiten des Hauses. Aufgebaut ist der gesamte Block aus Streifen, diese stehen für die Baumstämme, aus denen Blockhäuser gebaut werden. Bei der Grundform des Blocks werden die Streifen von der Mitte her um das Quadrat gearbeitet.
Lonestar
Medaillonquilt mit einem Stern in der Mitte.
Long-Quarter
LQ; 1/4 m Stoff in der Größe 25 x 110 cm
Markierungsstift
Mit Hilfe dieser Stifte werden z. B. Quiltmuster auf den Quilt übertragen.
Medaillon Quilt
Merkmal eines Medaillon Quilts ist ein großes Motiv in der Mitte des Quilts, um das Blöcke oder Ränder herumgestaltet werden. Diese Form war eine der ersten Quiltformen und hat sich noch vor der Blocktechnik entwickelt. Eine heute noch beliebte Form des Medaillion Quilts ist der Round Robin, ein Gruppenprojekt, bei dem die erste Quilterin mit der Mitte anfängt und jede weitere einen Rand hinzufügt.
Metrische Maße
Wenn die Stoffe mit metrischen Maßen zugeschnitten und genäht werden beträgt die Nahtzugabe 0,75 cm.
Nahtzugabe
In der Regel wird bei metrischer Einteilung mit 0,75 cm gearbeitet; bei Inch-Einteilung spricht man von ¼-Zoll (=0,635 cm).
Nine-Patch-Block
9-er Block, d.h. es sind neun gleich große Quadrate, welche aneinandergesetzt einen Block ergeben.
Obertransportfuß
Gibt es als Zubehör für viele Nähmaschinen. Der Obertransportfuß sorgt für gleichmäßigen Stofftransport der Oberseite, so dass es viel seltener zu Faltenbildung kommt. Die Firma Pfaff hat ein spezielles, zuschaltbares Verfahren entwickelt (IDT oder DTS), welches diesen zusätzlichen Fuß überflüssig macht.
Panel
Ein gedrucktes Motiv, zur Verarbeitung in einem Quilt oder als einzelnes Bild geeignet.
Patchwork
Aus dem englischen übernommenes Wort für ein kleines Stoffstück. Patch heißen die kleinen Stoffteile aus denen die Patchworkarbeit genäht wird.
Patchworkfuß
Fuß für die Nähmaschine, der in der Breite genau zur Nahtzugabe von 0,75 cm bzw. ¼-Zoll passt.
Persische Applikation
Im 18. Jahrhundert entstanden. Die Motive wurden aus bunten aus Indien importierten Stoffen ausgeschnitten und auf einen Hintergrundstoff appliziert
Quilten
Das Quilten dient dazu die drei Lagen (Rückseite, Einlage und Quilttop) zusammenzuhalten.Ebenso kann die Einlage nicht verrutschen oder verklumpen. Die verschiedenen, zum Teil sehr aufwendigen Quiltmuster sind ein zusätzlicher Schmuck des Quilts.
Quiltfuß
Nähmaschinenfuß speziell für das Quilten.
Quilthandschuhe
Baumwoll-Handschuhe für Quilter, die auf der Innenseite mit Gummi-Noppen versehen sind. Man hat dadurch den Stoff viel besser „im Griff“, denn die Handschuhe verhindern ein Abrutschen und sorgen sogar für weniger Verspannungen im Nacken.
Quiltklammern
Mit den runden, an einer Seite offenen Klammern, wird der aufgerollte Quilt beim Quilten mit der Maschine zusammengehalten.
Quiltmuster
Muster, die zum Zusammensteppen und zur Verschönerung der drei Lagen eines Quilts genutzt werden. Es gibt bereits viele schöne, vorgefertige Muster zu kaufen.
Quiltrahmen
Es gibt sie in verschiedenen Größen aus Holz und aus Kunststoff. Sie sind in runden und in eckigen Formen erhältlich, so dass sich jeder den für ihn passenden Rahmen heraussuchen kann. Auch Standgeräte werden angeboten.
Quilt Sandwich
Ist die aus dem englischen übernommene Bezeichnung der aufeinandergeschichteten drei Lagen (Rückseitenstoff, Vlies und Top) eines Quilts.
Quiltschablone
Für oben genannte Quiltmuster gibt es fertige Schablonen, von denen das Muster nur noch abgezeichnet werden muss.
Quilttop
Ist die gepatchte bzw. genähte Vorderseite eines Quilts
Quilt-as-you-go
Methode, bei der einzelne Teile eines Quilts fertiggestellt (auch 3-lagig gequiltet) und erst anschließend zu einem Quilt zusammengesetzt werden
Randquadrat
Diese Quadrate verbindet die Randstreifen des Quilts.
Rollenschneider
Gerät zum Schneiden von Stoffen. Man kann damit mehrere Lagen Stoff gleichzeitig sauber schneiden. Aber vorsichtig – nur mit der passenden Unterlage (Schneidmatte) verwenden! Der sogenannte Rotary Cutter, 1976 von Barbara Johannah entwickelt, ist heute aus der Patchworktechnik nicht mehr wegzudenken. Im Handel werden kleine, mittlere und große Rollschneider angeboten. Der mittlere ist sehr leistungsstark und empfiehlt sich als Standartwerkzeug. Gut geeignet sind Rollschneider mit automatischer Sicherung der Klinge. Hier kann man nicht vergessen die Sicherung hochzuschieben, was zu üblen Schnitten führen kann
rotary cutter
Rollschneider
Round Robin
Ein von einer Gruppe von Quilterinnen genähtes Projekt. Es wird mit einem Starterblock begonnen, anschließend nähen die beteiligten Quilterinnen weiter. Es gibt unzählige Möglichkeiten eines Round Robins
Rückseite
Die Rückseite eines Quilts kann aus einem Stück Stoff bestehen oder aber aus zusammengesetzten Teilen, z. B. aus den Resten der Stoffe der Vorderseite; Backing
Rückseitenstoff
Rückseitenstoff ist der Stoff für die Rückseite eines Quilts. Dieser Stoff hat meistens Überbreite, so dass man für die Rückseite keine Stoffe aneinander nähen muss.
Sashiko
Eine traditionelle Quilttechnik aus Japan, für die dickeres (meist in weiß) Baumwollgarn, und traditionell indigofarbene Stoffe verwendet werden
Sampler Quilt
Ein aus unterschiedlichen Blöcken zusammengesetzter Musterquilt
Saumtrenner
Wo genäht wird, wird auch aufgetrennt…. Gerät in Form einer kleinen Gabel, auf einer Seite der Gabel steckt meistens eine kleine Plastikkugel, was ein versehentliches Aufritzen des Stoffs verhindern soll; Nahttrenner
Schablonen
Sind Markierungshilfen für Patchwork und Quilting und Applikationen
Schattenquilten
Nähen in der Naht, gegenüber der Seite auf die man die Nahtsäume gebügelt hat; Stich-in-the-Ditch; Als Schattenquilten bezeichnet man auch eine Technik, bei der die Motive aus Stoff ausgeschnitten und auf den Trägerstoff aufgebügelt werden. Darüber wird Organza gelegt, die Kanten der Motive werden umquiltet. Das dünne Organza sieht man auf den ersten Blick nicht.
Schmalkantfuß
Auch Saumfuß genannt, hilfreich beim Nähen der Einfassung.
Schneidunterlage
Den Rollschneider niemals ohne die dazugehörige Schneidmatte benutzen! Cutting mat
Schräger Fadenverlauf
Verläuft diagonal über die Stoffbahnen und ist sehr dehnbar. Er eignet sich für Schrägstreifen besonders bei Kurvenkanten.
Schrägband
Diagonal geschnittener Stoffstreifen. Der echte Schrägstreifen ist in einem Winkel von 45 Grad zum Fadenlauf geschnitten, wodurch die größtmögliche Dehnbarkeit des Stoffes erzielt wird.
scrap
Rest; Schnipsel
Scrap Quilt
Scrap Quilts bestehen aus Stoffresten aller Art und sind wahrscheinlich die ursprünglichsten Quilts. Zu Pionierzeiten wurden aus Mangel an Stoffen auch kleinste Stoffreste zu Quilts verarbeitet. Dabei ist die Herausforderung, trotz der vielen unterschiedlichen Stoffe und Farben ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Heute ist Stoffmangel selten der Grund für Scrap Quilts. Meistens reizt die Quilterin das Spiel mit Farben und Stoffen und der besondere, etwas altmodische Charme der Scrap Quilts.
Sechzig-Grad Winkel mit Clear View
Der sechzig-Grad-Winkel findet sich im gleichschenkeligen Dreieck. Sara Nephew hat ein 60-Grad-Lineal kreiert (Clearview-Triangle), mit dem man prima Dreiecke und Rauten ausschneiden kann.
Sicherheitsnadeln
Zum Heften der drei Quiltlagen fast unersetzlich; safety pins
Thimble
Fingerhut
thread
Faden, Garn
Trapunto
Eine Quilttechnik, bei der zwei Stofflagen mit kleinen Stichen zusammengehalten werden. Hier werden bestimmte Bereiche von der Rückseite her ausgestopft, so dass das Muster als Relief hervortritt
True Lovers Knot
Klassisches Quiltmuster (Endlosknoten), der traditionell für Hochzeitsquilts verwendet wurde.
U.F.O.
Un Finished Object; ein unvollendetes Projekt, an dem schon lange genäht wird.
Umrißquilten
Um ein Motiv herum quilten und dabei die ungefähren Umrisse quilten. Ähnlich wie es aussieht, wenn man einen Stein ins Wasser wirft.
Vlieseinlage
Es gibt es verschiedene Möglichkeiten die von Verwendungszweck und Geschmack abhängen. Polyester- und Wollvliese sind wärmer uns somit für Decken besser geeignet. Baumwollvliese sind kühler aber für Wandquiltsbehänge gut geeignet.
Vliesofix
Vlies zum Aufbügeln
walking foot
Obertransportfuß
Watercolor
Mit Watercolor oder Colorwash bezeichnet man Quilts, die so wirken wie Aquarelle. Sie bestehen meistens aus recht groß gemusterten Blumenstoffen, die zu Quadratengeschnitten werden. Die Quadrate werden so angeordnet, dass ein duftiges, aquarellartiges Motiv entsteht.
Webkanten
Sind die durch das Weben entstandenen Seitenkanten eines Stoffes. Diese sollten Sie grundsätzlich nicht verarbeiten. Die Webkanten sind dichter gewebt als der übrige Stoff, sie laufen deshalb beim Waschen stärker ein und sind schwieriger zu quilten.
weddingring
Patchworkmuster; Hochzeitsring
Wholecloth
Ein Wholecloth Quilt besitzt eine ungepatchte, d.h. aus einem meist weißen oder naturfarbenen kompletten Stück Stoff bestehende, Oberseite. Diese Quilts sind meist mit sehr aufwendigen Muster gequiltet, die auf der hellen, ungemusterten Oberseite besonders gut zur Geltung kommen.
Quelle:
Patchwork Magazin
Lena Patchwork